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Künstler: Deranged

Album: Obsceneties in b-flat

Erscheinungsjahr: 2006

Anspieltipp: Crawl with me through the filth

Autor: Markus

Die Liste der Death Metal  Klassiker aus dem Hause Deranged ist lang. Spätestens mit ihrem famosen Zweitwerk „High on blood“ statuierte die schwedische Formation anno 1997 ein über jeden Zweifel erhabenes Exempel ultraderber Tonkunst. Seinerzeit trat die Band eindrucksvoll den Beweis an, dass kompromissloser Todesblei nicht zwangsläufig aus den Vereinigten Staaten kommen muss, sondern auch in skandinavischen Gefilden gegossen werden darf. Schloss man Ende des letzten Jahrtausends mit „III“ endgültig zur Speerspitze des Genres auf, konnte man zwei Jahre später mit dem schlicht „Deranged“ betitelten Output seinen Status untermauern und etliche euphorische Rezensionen einheimsen. Zuletzt machte die Kapelle im Oktober 2002 mittels Tonträger auf sich aufmerksam, als man mit „Plainfield cemetery“ erneut zum Sturm auf den Genrethron ansetzte und das vielleicht aggressivste und bisher beste Album der Bandgeschichte präsentierte. Danach allerdings wurde es still um die heimlichen Könige im Death Grind Sektor. Satte dreieinhalb Jahre gab es rein gar nichts von Deranged zu hören; erst durch ihre Absage beim diesjährigen Fuck the commerce Festival gelangten die Jungs wieder in die Schlagzeilen der Undergroundpresse. Da der bandeigene Tourbus auf der Hinfahrt unglücklicherweise den Geist aufgab, fiel der geplante Gig ins Wasser.

Nun aber sind Deranged endlich zurück und kredenzen mit „Obscenities in b-flat“ eine taufrische, gut 33 Minuten andauernde Langrille. Und diese hat es – soviel schon mal vorweg – absolut in sich. Wie nicht anders zu erwarten war, sind die Schweden auch auf Studioalbum Numero sechs ihrem ureigenen Stil weitgehend treu geblieben. Infernalische Blastbeats, prägnantes Riffing und grabestiefe Growls bilden weiterhin das Fundament der insgesamt neun Kompositionen. Same shit, different day also? Nicht ganz. Wenngleich der vor kurzem erfolgte Wechsel am Mikro noch nicht ins Gewicht fällt (Bassist und Vokalist Calle Fäldt wurde in der Zwischenzeit durch Martin Schonherr ersetzt), lassen sich dennoch leichte Veränderungen im  Klangkosmos der Nordeuropäer ausmachen. Insgesamt wirken die meisten Tracks auf „Obscenities in b-flat“  etwas eingängiger, grooviger und mitunter auch nicht ganz so chaotisch wie auf dem viel gepriesenen Vorgängerwerk. Stattdessen setzt die Band heuer öfter auf Breaks, richtige Refrains und geordnete Songaufbauten. Wer jetzt allerdings glaubt, der Formation sei das Gespür für alles Extreme abhanden gekommen, liegt grundlegend falsch. Bereits die betont raue und ursprünglich belassene Produktion dürfte die Gehörgänge der allermeisten Konsumenten auf eine ernsthafte Probe stellen. Des Weiteren gibt es mit Songs wie „Torture cum rape and kill“ oder auch „Pray on the weak“ genügend traditionellen Deranged Stoff zu hören, der keinen alteingesessenen Fan der Band enttäuschen dürfte und in altbewährten Hochgeschwindigkeitsregionen beheimatet ist. Über alle Maßen  beeindruckend kommen jedoch insbesondere diejenigen Tracks daher, in denen die Band aus ihrem klassischen Schema ausbricht und neuartige Einflüsse in ihren Sound einbringt. Beispielsweise ist „Body fluid from unkown source“ für Deranged Verhältnisse schon beinahe ein Midtempo Song geworden, beinhaltet aber mehr Groove als die letzten drei Six feet under Scheiben zusammen. Fast noch großartiger als besagte Komposition kommt das geniale „Crawl with me through the filth“ daher, welches durch haufenweise exzellent in Szene gesetzte Breaks und herrlich dominantes Bassspiel zu begeistern weiß. Auch den präzise auf den Punkt gespielte mit sägenden Riffs ausgestattete  Opener „Long live the new flesh“ gilt es aus diesem Pool an meisterhaften Stücken herauszuheben.

„Obscenities in b-flat“ ist ohne Zweifel eine Pflichtveranstaltung für alle Freunde gepflegten Todesbleis und setzt dem ohnehin schon großartigen Death Metal Jahr 2006 die vorläufige Krone auf. Ich bin schlichtweg begeistert.

 

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